Rennberichte 2016

Dunlop FHR Langstreckencup Bilster Berg 06.-07.08.2016


Historic Trophy Nürburgring- 2016

Reifenwechsel einmal, zweimal – oder gar nicht…

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen mussten die Teilnehmer der Youngtimer Trophy und des Dunlop FHR Langstreckencup über die Gesamtstrecke Nürburgring – und wieder vor allem in der Anfangsphase des Rennens durch eine Art Aprilwetter, obwohl inzwischen Mitte Juni war. Dem einen oder anderen raubte die Eifel langsam, aber sicher schon den letzten Nerv. Allerdings regnete es diesmal nicht beim Start des Rennens, später dann nicht so lange und nicht so heftig wie beim 24h Classic, aber gerade doch so lange, dass sich die quälende Frage stellte: Reifenwechsel einmal, zweimal – oder gar nicht…

Im Starterfeld Dunlop FHR Langstreckencup standen nach dem Qualifying die Briten Jason Wright/Andrew Wolfe im Ford GT 40 mit 10.30,709 Minuten (Schnitt 147,702 km/h) auf der Pole Position. Es folgten Mike Stursberg/Lance-David Arnold auf dem Rüddel Racing-Ford Escort RS 1600 (10.32,084), die 24h Classic-Gesamtsieger Michael Wittke/Markus Diederich im Porsche 914/6 GT (10.50,838), Kersten Jodexnis/Marco Schelp im Porsche 911 S/R (10.52,797), Claudia Hürtgen/Gaby von Oppenheim auf BMW 2002 und Olaf Tergieten auf Ford Capri Mk I (10.58,117).

Zum Start des Rennens war es an Start-und-Ziel noch trocken, nach Ende der ersten Runde aber setzte Regen ein von zunächst ungewisser Dauer. Im FHR-Gesamtklassement taten sich zu diesem Zeitpunkt unter anderem auch besonders Claudia Hürtgen im BMW 2002, die ebenfalls ohne Reifenwechsel durchfuhr, während Mike Stursberg mit dem Rüddel Racing-Escort beispielsweise wechselte, und Reinhold Gröpper im Ford Mustang hervor. Nach etwa vier Runden ließ sich dann aber die Sonne wieder blicken, wer das Risiko eingegangen war, nicht Reifen zu wechseln, und diese Rennphase heil überstanden hatte, hatte richtig gelegen. Reifenwechsel zweimal, auf Regen-Gummis und wieder zurück, das verschob nämlich in der Folge das Klassement immer wieder deutlicher.

Im Gesamtklassement des Dunlop FHR Langstreckencup triumphierten schließlich aber doch Mike Stursberg/Lance-David Arnold im Rüddel Racing-Ford Escort RS 1600 trotz der Reifenwechsel , etwas über zweieinhalb Minuten vor Christian Jacobsen im BMW 2002 ti und eine Runde vor den 24h Classic-Gesamtsiegern Michael Wittke/Markus Diederich im Porsche 914/6 GT (auch wieder Klassensieger). Auf den hervorragenden vierten Platz im FHR-Gesamt brachten – ebenfalls als Klassensieger – Vater Alexander sowie die Söhne Julius und Vincent den Austin-Healey 3000. Zu den weiteren Klassensiegern unter den ersten Zehn im FHR-Gesamt gehörten auch Kersten Jodexnis/Marco Schelp (Porsche 911 S/R, Rang sieben) und Klaus Hormes/Wolfgang Schmidt (Ford Mustang, Rang zehn).


ADAC 24h Classic – 2016

Auch die Einführungsrunden waren kaum fahrbar

Für einige Momente herrschte beim ADAC 24h Classic Nürburgring eine Art Weltuntergangsstimmung, ein schweres Gewitter zog ausgerechnet zur Startzeit des zweites Laufes zur Youngtimer Trophy und zum Dunlop FHR Langstreckencup auf, da hatte sich der Wettergott gegen die Renngötter und Race-Fans verschworen. Kurz vor Beginn der Einführungsrunde forderte der Streckensprecher noch auf, wegen der Blitzeinschlagsgefahr das Boxendach zu räumen. Eine Startverschiebung lag eigentlich näher als alles andere, immerhin erhielten die Aktiven eine zweite Einführungsrunde, aber auch die war kaum fahrbar. Die Videowall an Start-und-Ziel zeigte deutlich, wo auch draußen auf der Nordschleife überall noch Bäche über die Straße flossen. Und prompt verlor der eine oder andere bei lediglich Tempo 50 bis 60 km/h schon in den Einführungsrunden das Auto aus der Kontrolle…

Was für ein Bilderwechsel im Vergleich zum Qualifying tags zuvor, bei dem auch die Sonne lachte. Die Spitze nach dem Qualifying für den Dunlop FHR Langstreckencup: Mike Stursberg/Olaf Manthey im Rüddel Racing-Ford Escort RS 1600 (10.24,003 Minuten, Schnitt 146,411 km/h), Klaus Hormes/Wolfgang Schmidt (Ford Mustang, 10.26,608), Kersten Jodexnis/Marco Schelp im von Pütz Motorsport betreuten Porsche 911 S/R (10.41,538) – Jodexnis/Schelp gewannen den Dunlop FHR Langstreckencup 2015 -, die Briten Chris Conoley/Allen Tice (Marcos 1800, 10.44,110) sowie Markus Diederich/Michael Wittke (Porsche 914/6, 10.44,219). Zu den hier Klassenschnellsten gehörten unter anderem Andreas Fricke (Alpine A 110, 10.57,611), Reinhold Gröpper (Ford Mustang 289 GT, 11.05,025), und Alexander Kolb (Austin-Healey 3000, 11.13,351).

Genau zur Startzeit öffnete der Himmel dann alle Schleusen, heftigster Dauerregen für eine gute halbe Stunde, Land unter am Ring, und deutlich trockener wurde es lange nicht. In der Anfangsphase des Rennens beeindruckten im FHR-Starterfeld insbesondere neben dem hier zeitweise führenden Ingo Pütz im Porsche 911 ST auch der Trainingsschnellste Mike Stursberg im Rüddel Racing-Escort und Claudia Hürtgen im BMW 2002, den sie im Wechsel mit Gaby von Oppenheim lenkte. In ihrem Kampf um Podiumsplatzierungen im FHR-Gesamtklassement in jener Phase „gingen sie förmlich über das Wasser“. Mit langsam auftrocknender Strecke kamen dann aber auch andere Porsche-Piloten wieder besser ins Bild. Und unter denen lieferten schließlich Markus Diederich und Michael Wittke im Porsche 914/6 GT der Mittelmotor GmbH in Summe die Tagesbestleistung ab, mehr noch als das, sie siegten im FHR-Gesamtklassement letztlich sogar mit einer Runde Vorsprung und drehten mit 11.18,161 Minuten (Schnitt 134,714 km/h) auch die schnellste Rennrunde.

Auf dem Ehrenplatz hier gewannen Kersten Jodexnis/Marco Schelp im Porsche 911 S/R auch ihre Klasse vor den im Gesamt direkt hinter ihnen einlaufenden Georg Bellof/Karsten Schreyer (Porsche 911 ST). Der tolle Einsatz von Claudia Hürtgen/Gaby von Oppenheim im BMW 2002 wurde mit feinem vierten Rang Gesamt und Klassensieg belohnt. Zu den weiteren Klassensiegern zählten auch Chris Conoley/Allen Tice (Marcos 1800, Sechste Gesamt), Gustav Edelhoff im schweren Mercedes 300 SEL 6.3, überraschend auf Rang sieben Gesamt, Alexander Kolb im Austin-Healey 3000 auf gutem achten Platz Gesamt und Andreas Fricke im Alpine A 110 (18. Gesamt).

Rennbericht R1 ( Hockenheim – Der Preis der Stadt Stuttgart )